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Rehkitzrettung aus der Luft: Wenn Drohnen Leben retten
Die Mahdsaison stellt jedes Jahr eine große Gefahr für Wildtiere dar – insbesondere für Rehkitze. Oft entscheidet dann moderne Technik über Leben und Tod. Drohnen mit Wärmebildkameras ermöglichen es heute, selbst kleinste Wärmequellen im hohen Gras sichtbar zu machen und damit Tiere zu entdecken, die mit bloßem Auge kaum zu erkennen sind. Auch in der Pfalz kommt diese Technologie zunehmend zum Einsatz. Wir haben die Initiative „Kitzretterfreunde Mühlberg/Kusel“ bei einem Einsatz im Netzgebiet begleitet.
Bildnachweis: © Pfalzwerke 2026
AUSLESE – DARUM GEHT ES HIER:
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Rehkitzrettung mit moderner Drohnentechnik
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Engagement für Natur und Artenschutz in der Region
Info: Als Mahdsaison (oder Mahd-Saison) bezeichnet man den Zeitraum im Frühjahr und Sommer, in dem Landwirte und Landschaftspfleger Wiesen und Grünflächen mähen, um Futter (wie Heu oder Silage) zu gewinnen oder Deiche zu pflegen.
Drohneneinsatz zur Rehkitzsuche
5:30 Uhr – Wer Leben retten möchte, muss früh aufstehen. Ausgestattet mit Drohnen samt Wärmebildkameras sind die Kitzretterfreunde Mühlberg/Kusel schon konzentriert im Einsatz. Gerade in den frühen Morgenstunden sind die Bedingungen ideal: Der Boden ist kühl, die Temperaturunterschiede zwischen Umgebung und Tierkörper sind deutlich sichtbar. Diese ermöglichen es, Felder effizient und systematisch abzusuchen, bevor landwirtschaftliche Maschinen zum Einsatz kommen. Bereits fünf Minuten nach dem Start der Drohne erscheint der erste weiße kleine Punkt auf dem Display. Ist es bereits das erste Rehkitz? Oder nur eine zurückgelassene, durch den Tierkörper erwärmte Liegefläche?
Koordinierter Einsatz im Feld
Nach einem kurzen Wechsel des Ansichtsmodus wird schnell klar: Hier handelt es sich um ein Rehkitz, das im hohen Gras ruht. Die Drohne verfügt über einen 112-fach optischen Zoom, mit dessen Hilfe die Retter gut erkennen können, ob es sich um ein ausgewachsenes Tier oder ein Rehkitz handelt. Nun geht es los: Während die Drohne das Feld aus der Luft überwacht, bewegen sich die Helferinnen und Helfer am Boden gezielt zu den gemeldeten Positionen. Die Koordination erfolgt per Funk – eingespieltes Teamwork ist dabei unerlässlich.
Das Gelände stellt eine zusätzliche Herausforderung dar: hohes, nasses Gras und unebene Böden erschweren die Suche erheblich. Eine passende Ausrüstung ist daher unverzichtbar. Dazu gehören festes Schuhwerk, häufig auch Gummistiefel sowie wasserabweisende Kleidung. Immer mit dabei: Die Transportbox für das Rehkitz.
Schutzmaßnahmen beim Umgang mit Wildtieren
Am Boden sind Rehkitze extrem schwer zu entdecken und im hohen Gras nahezu unsichtbar. Ihr Fell passt sich perfekt der Umgebung an, und ihr Verhalten schützt sie zusätzlich vor natürlichen Feinden: Bei Gefahr bleiben sie regungslos im hohen Gras liegen. Für die Landwirtschaft stellt genau das ein Problem dar, denn die Tiere fliehen nicht vor herannahenden Mähmaschinen.
Schleichend und mit winzigen Gänseschritten nähern sich die Helferinnen und Helfer dem Ort, der mithilfe der Drohne lokalisiert wurde. Zur besseren Orientierung schwebt diese über dem Platz, wo das Rehkitz vermutet wird. Nun heißt es: genau hinschauen!
Wird ein Rehkitz gefunden, wird es vorsichtig gesichert. Dabei ist ein sensibler Umgang mit den Wildtieren entscheidend: Rehkitze besitzen nahezu keinen Eigengeruch und werden deshalb von natürlichen Feinden – aber auch von Hunden – oft nicht wahrgenommen.
Um zu verhindern, dass die Tiere menschlichen Geruch annehmen und dadurch von ihrer Mutter verstoßen werden, arbeiten die Helferinnen und Helfer ausschließlich mit Handschuhen. Zusätzlich wird frisches Gras verwendet, um den Kontakt möglichst natürlich zu gestalten.
Interessant: Auch Rehkitze haben unterschiedliche Temperamente. So lassen einige die Rettung stumm über sich ergehen, während andere lautstark und manchmal vollkommen unvermittelt um Hilfe schreien. Besonders lebhafte Exemplare machen ihrem Ruf als Fluchttier alle Ehre und stürmen davon. Hier kommt dann der Kescher zum Einsatz.
Sicher durch die Mahd – und zurück in die Natur
Nachdem die Rehkitze in den Boxen verstaut wurden, werden diese am Wegrand oder in einer vergleichbaren sicheren Zone vorsichtig abgestellt. Dann kann das Feld gemäht werden. Anschließend werden die Tiere in unmittelbarer Nähe des Fundorts wieder freigelassen.
Doch es lauern noch weitere Gefahren: Greifvögel beobachten die Situation häufig aus der Luft. Um die Kitze zu schützen, werden sie nach dem Aussetzen sorgfältig im Gras versteckt. Dort werden sie von den Muttertieren wieder gefunden. An diesem Tag Ende Mai konnten die Kitzretterfreunde Mühlberg/Kusel zwölf Rehkitze retten, darunter viele Zwillingspaare.
Gemeinsam für den Artenschutz in der Pfalz
Die Rehkitzrettung macht deutlich, wie wichtig das Zusammenspiel von Landwirtschaft, Ehrenamt und Unternehmen ist. Gerade in den arbeitsintensiven Frühjahrsmonaten sind lokale Initiativen auf Unterstützung angewiesen.
Auch für Netzbetreiber ergibt sich hier ein konkreter Ansatzpunkt: Bei Pflegearbeiten entlang der Trassen – also in den Bereichen zwischen den Masten – kann eine abgestimmte Vorgehensweise dazu beitragen, Wildtiere besser zu schützen und Lebensräume zu erhalten.
Wer sich selbst engagieren möchte, kann sich an lokale Rehkitzrettungsvereine oder landwirtschaftliche Betriebe wenden und diese wichtige Arbeit aktiv unterstützen.
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