Mit Innovationen in die Zukunft

Mit Innovationen in die Zukunft

Entwicklungen vorantreiben oder von ihnen getrieben werden? Unsere Vorstände blicken über den Tellerrand der Energiebranche hinaus und vermitteln in einem neuen Buch Methoden, wie man als Unternehmen agil in die Zukunft startet.

Person Sprechblase

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Blockchain, Umweltprobleme, Elektromobilität, Energiewende… Die Welt der Energie ändert sich, Globalisierung und Digitalisierung haben sie voll erfasst. Unsere Geschäftsführung bezieht dazu klar Stellung.

Was heißt Agilität im Rahmen der Energiewirtschaft?

Werner Hitschler: Die Energiewirtschaft hat sich in den beiden vergangenen Jahrzehnten stärker und schneller verändert als viele andere Branchen. Liberalisierung und Regulierung bestimmen sie politisch, und speziell in Deutschland sind es auf wirtschaftlicher Seite der Ausbau der Erneuerbaren sowie der gleichzeitige Kohle- und Atomausstieg. Hinzu kommen Digitalisierung und Sektorenkopplung, mit Auswirkungen weit über den Energiesektor hinaus. Agilität und Disruption, obwohl inflationär gebrauchte Modewörter, bestimmen in der Energiewirtschaft tatsächlich das Geschehen.

Werner Hitschler, Vorstand Pfalzwerke

"Agilität und Disruption bestimmen in der Energiewirtschaft das Geschehen."

Nur wer versteht, dass bisherige Prozesse der Wertschöpfung und überkommene Methoden der Unternehmensführung nicht länger funktionieren, kann in diesem Wandel bestehen.
Agil ist ein Unternehmen dann, wenn es Veränderungen frühzeitig erkennt, in seine Strategie integriert, flexibel und innovativ handelt.

Ihr Buch heißt "Werkstattbericht" - warum?

René Chassein: Wir zeigen Grundlinien auf, wie ein Unternehmen sich aussichtsreich aufstellen kann, um die vielfältigen Zukunftsanforderungen erfolgreich zu bestehen. Aber wir geben keine starren Regeln vor – wir zeigen anhand von Beispielen, wie es funktionieren kann. Agil sein heißt: Unsere „Werkstatt“ ist permanent geöffnet. Wir lernen ständig dazu, und lernen erst recht aus Fehlern.

Wir verändern uns dabei selbst, werden produktiver und kreativer. Vor allem aber kennen und verstehen wir unsere Kunden besser und entwickeln zukunftsgerichtete Produkte und Lösungen für sie.

"Agil sein heißt: Unsere „Werkstatt“ ist permanent geöffnet".

 

 

René Chassein, Vorstand Pfalzwerke

Wo sind wir als Pfalzwerke heute schon agil?

René Chassein: Das Feld der Elektromobilität eignet sich hervorragend als Beispiel für agile Methoden. Eine konventionelle hierarchische Organisation wäre nicht in der Lage, so schnell zu entscheiden und so flexibel zu handeln, wie es erforderlich ist. 25 Mitarbeiter aus neun Bereichen der Pfalzwerke sind in dem Projekt tätig, das wir aus Kundensicht angestoßen haben. Zum Beispiel arbeiten wir mit Baumärkten und dem Einzelhandel zusammen, ebenso mit Kommunen oder Tiefbauunternehmen. Auf diesem Weg haben wir uns als Unternehmen selbst weiterentwickelt, auch viele neue Kontakte geknüpft, und es sind neue Wege der Zusammenarbeit entstanden. So gibt es jetzt einen Installationsservice für Wallboxen, damit Elektromobilität in den Alltag auch privater Haushalte einzieht.

Werner Hitschler: Am Anfang seiner Möglichkeiten steht das Projekt LoRaWAN. Hier erkunden wir die Möglichkeiten der Vernetzung auf regionaler Ebene – und entdecken immer neue Gelegenheiten. Vor einem Jahr hätte man nicht im Traum daran gedacht, dass wir Winzern mit Wetterdaten helfen können, die Arbeit im Weinberg mithilfe ihrer Cloud zu optimieren. Oder Kommunen zu unterstützen, indem Sensoren den Füllstand von Abfall- oder Glascontainern an die Entsorgungsbetriebe übermitteln. Gemischte und heterogene Teams arbeiten zusammen, um innovative Anwendungsmöglichkeiten zu entdecken und Prozesse aus Kundensicht neu zu denken. Wenn man überlegt, dass wir bald 50 Milliarden „intelligente“ Objekte im „Internet der Dinge“ haben werden, ahnt man das Potenzial und die Durchschlagskraft.

Marc Mundschau: Ein weiteres Beispiel ist das Projekt FLOW-R, die Abkürzung steht für Flexibler Ortsnetz Spannungs- und Wirkleistungs-Regler. Hier arbeiten wir mit Herstellern und der Universität Kaiserslautern zusammen. Ziel ist es, insbesondere in ländlichen Regionen die Niederspannungsnetze für die Herausforderungen der Zukunft zu rüsten.
Das Projekt hat mittlerweile das Laborstadium verlassen und entwickelt intelligente Lösungen, wie die Stromnetze für die vermehrte Einspeisung erneuerbarer Energien ausgelegt sein müssen – und für extreme Verbrauchssituationen, etwa infolge der Elektromobilität.

Marc Mundschau, Vorstand Pfalzwerke Netz AG

"Wir arbeiten zum Beispiel agil mit Herstellern und der Uni Kaiserslautern zusammen".

Welche Anregungen haben Sie für Kommunen?

Werner Hitschler: Unsere Methoden und Beispiele verstehen sich als Impuls und Anregung: Flache Hierarchien und flexible Teams, die Verantwortung übernehmen, sind unserer Ansicht nach nirgends fehl am
Platz. Mitarbeiter müssen mitziehen – und ihre Vorgesetzten oft umdenken. Dann können produktive Formen der Zusammenarbeit heranwachsen.
René Chassein: Von Kommunen wird wie von uns höchste Verlässlichkeit und langfristige Planung erwartet. Das ist eine wertvolle gemeinsame Basis. In Zeiten massiver Veränderungen gilt es, auch gemeinsam neue Wege zu gehen und innovative Lösungen zu erproben. Eine Option dafür sind beispielsweise die Pfalzwerke IdT-Werkzeuge, die wir Kommunen zur Unterstützung anbieten.

Das neue Buch unserer Vorstände

Agil sein Pfalzwerke
René Chassein, Werner Hitschler, Marc Mundschau: Agil sein - Agil handeln - Change umsetzen Transformation am Beispiel der Pfalzwerke Gruppe 144 Seiten, ISBN 978-3-446-45939-7, 39,99 Euro