Selbstversuch E-Auto

Selbstversuch E-Auto

Zwei Wochen ohne Verbrenner, dafür mit öffentlichen Ladesäulen oder der Wallbox zuhause. Wie ist das Leben dann so? Selina und Susanne haben es ausprobiert!

E-Auto Icon

AUSLESE – DARUM GEHT`S HIER:

  • Susanne und Selina machen den Selbstversuch und legen alle Wege mit dem E-Auto zurück: Mit dem Peugeot e-2008 und dem Kia e-Niro
  • Was ist besser - Wallbox oder öffentliche Ladestationen?
  • Wo du mit unserer App Ladestationen finden und dein E-Fahrzeug laden kannst, erfährst du hier.

Tag 1 - Peugeot e-2008 & Kia e-Niro

Der Tag der Übergabe: Susanne und Selina erhalten ihre (reinen) Elektroautos. In den nächsten zwei Wochen werden sie ihr eigenes Fahrzeug stehen lassen und sich auf Elektroautos verlassen. Während Selina im Autohaus Koch in Ludwigshafen einen Peugeot e-2008 bekommt, lässt sich Susanne zur gleichen Zeit im Autohaus Christmann den Kia e-Niro erklären. Beide Elektroautos sind recht neu auf dem Markt und weisen mittlere (Peugeot e-2008) bis hohe (Kia e-Niro) Reichweiten auf.

„Ich mache mir generell nicht so viel aus Autos, aber Elektromobilität finde ich spannend“, erzählt Susanne. „Ich glaube, dass diese Art der Fortbewegung mehr ist, als nur einen Motor auszutauschen. Ich denke und hoffe, dass das viel aufbricht.“

Die Challenge: Sie muss sich in den nächsten beiden Wochen auf die öffentlichen Lademöglichkeiten verlassen und darf ihr Elektroauto nur an öffentlichen Ladepunkten aufladen. Selina wird ihr E-Auto zu Hause laden. Die Kollegen haben gemeinsam mit den Auszubildenden unserer Juniorfirma extra eine Wallbox an ihrem Haus angebaut. „Ich bin noch nie über längere Zeit mit einem E-Auto gefahren und bin gespannt, ob es sich in meinen Alltag integrieren lässt !", sagt Selina.

Selina neben Peugeot e-2008 im Autohaus Koch
Selina erhält ihr Elektroauto für die nächsten zwei Wochen
Susanne neben Kia e-Niro im Autohaus Christmann
... auch Susanne wird mit einem neuen E-Auto ausgestattet!

Die beiden Elektrofahrzeuge: Kia e-Niro und Peugeot e-2008

Der e-2008 weist mit 50 kWh (brutto, ca. 44 kWh netto) eine deutlich kleinere Batterie als der e-Niro (64 kWh netto) auf – was zu dem Reichweiten-Unterschied von 100-150 km führt. Für eine Benutzerin, die auf das öffentliche Laden angewiesen ist, wäre nach diesem Kriterium ein e-Niro die bessere Wahl. Mit einer Antriebsleistung von 100 kW (136 PS) fehlen dem e-2008 auch rund 50 kW (68 PS) zum e-Niro – was jedoch nur bei starker Beschleunigung auffällt.

Peugeot e-2008
Der Peugeot e-2008 in voller Fahrt
Kia e-Niro
Der Kia e-Niro unterwegs

Tag 2 - Rantasten im Ökomodus & Hypercharger

Susanne fährt mit dem Elektrofahrzeug direkt mal nach Koblenz zum Geburtstag ihres Sohnes. 156km bringt sie hinter sich. „Ich habe immer noch 48% Akku. Allerdings bin ich auch im Ecomodus gefahren. Mit dem Stand will ich nicht noch komplett zurück, das ist mir zu unsicher“.

(Anm. d. Red.: Die unterschiedlichen Fahrmodi im E-Auto geben eine grobe Richtung vor, was die Reichweite angeht. Hintergrund: Das Gaspedal hat einen unterschiedlichen Aktivierungspunkt. Während im Sportmodus ein leichtes Antippen genügt, muss das Gaspedal im Ecomodus durchgedrückt werden. Entscheidend für die Reichweite und den Akku ist letztlich, mit welcher Geschwindigkeit du das Elektrofahrzeug fährst.)

Susanne findet einen Hypercharger und hat Zeit für eine Pause. Nach neun Minuten und 12 Sekunden ist das E-Auto wieder ausreichend geladen. „Wow, das ist schnell“, findet Susanne.

Tag 3 - Laden bei REWE (und erste Ladung zu Hause)

Selina an der Wallbox
Selina lädt an der Wallbox

„Ich habe mich sehr schnell an das Auto gewöhnt. Bisher mache ich alles, was ich sonst auch machen würde. Heute Abend werde ich das Auto mal an die Wallbox anschließen“, erzählt Selina.

Susanne an der Ladesaeule
Susanne lädt an der Ladestation auf

Susanne muss nach Maxdorf, 12km weit ist die Fahrt. Ihr E-Auto vorher zu laden, hat sie nicht mehr geschafft. Aber kein Problem: Sie verbraucht für die Strecke nur 3% Akku. In Maxdorf trifft sie unseren Kollegen Andreas Memmer, Experte für Elektromobilität. Die beiden eröffnen eine unserer neuen Schnellladesäulen am REWE Maxdorf. „Immer wenn man eine halbe Stunde bei einem REWE oder einem anderen Supermarkt ist, kann man wunderbar 100-150km Reichweite aufladen – also unbedingt nutzen“, meint Andreas. Gesagt, getan, Susanne steckt den e-Niro an, während sie ihren eigentlichen Arbeit als Pressesprecherin nachgeht…und auch ein bisschen einkauft in der Mittagspause. Zeit gut genutzt!

Tag 4 - Laden an der Wallbox & bei Ikea

E-Auto beim Laden
Die Wallbox an Selinas Haus ist klein und praktisch!

Selina hat noch 44% Ladung. Das ist ihr zu wenig für den nächsten Tag. Sie lädt den Peugeot e-2008 zum ersten Mal an der Wallbox, die unsere Kollegen mit den Azubis der Juniorfirma bei ihr am Haus installiert haben. 3 Stunden und 5 Minuten soll das Ganze dauern. 314km Reichweite hat sie dann bei voll geladenem Auto.
Am nächsten Tag fährt sie im Sportmodus mit Sitzheizung 23km weit zur Arbeit und hat dann noch eine Reichweite von 272km.
Wie weit sie wohl kommt, wenn sie sparsam fährt? Das soll die Challenge für die nächsten Tage sein.
Währenddessen ist Susanne bei Ikea und ergattert einen Ladeplatz für den Kia e-Niro hier kostenlos. Entspannt!

Tag 5 - 700 km mit dem E-Auto

Susanne besucht ihre Mutter. Dafür muss sie 336 km fahren – einfach. Auf dem Hinweg ist das Wetter gut. Sie braucht keine Regenwischer und kaum Heizung.

Susanne lädt einmal an einer Schnelladesäule rund 10 Minuten bei einem Kaffee auf. Bei der Ankunft ist sie begeistert: „Ich bin verhalten gefahren mit rund 110km/h, aber das war echt entspannt!“. 30% Prozent Akku hat sie noch und eine Reichweite von 121km. Auch ihre knapp 90-jährige Mutter ist begeistert: „Das ist echt nicht nur was für die Jugend!“

Was verbraucht Akku im Elektroauto?

Das Elektroauto verbraucht nur 2% des Akkus für die Elektronik und 98% für den Fahrbetrieb. Die Elektronik (Heizung, Lüftung und Scheibenwischer) macht also nur marginale Unterschiede für die Reichweite.

Zwei Stunden später ist sie nicht mehr ganz so entspannt. Die Rückfahrt steht an, das Auto muss geladen werden.

„Das war nicht ganz so einfach. Ich bin hier in der Pampa und es hat nicht gleich geklappt mit dem Laden, die Ladestation war defekt und hatte nur 22kW Ladeleistung, war also keine Schnelladesäule“. Nun steht sie im Industriegebiet und langweilt sich. Sie lädt in 4 Stunden rund 46%, und weiß: Sie kommt damit nicht nach Hause. Daher muss unterwegs nochmal ein Hypercharger helfen. „Der Hypercharger ist allerdings wirklich teuer, ich musste 77Cent/kWh zahlen - war aber auch sehr praktisch“, resümiert Susanne. Beim nächsten Mal würde sie vielleicht gleich auf den Hypercharger setzen.

Lerneffekt Typ-2-Ladekabel

Eins wird sich Susanne merken: „Es war sehr clever, noch ein Typ-2-Ladekabel bei den Kollegen im Fuhrpark einzupacken. Nur mit dem Schuko-Stecker hätte das nicht an jeder Ladesäule geklappt“.
Selina ist weiterhin im Umzugsfieber und bei dem ganzen Stress begeistert von ihrem Panoramadach im Peugeot e-2008 und dem Keyless-Go – praktisch, wenn man schwere Kisten tragen muss und keine Hand frei hat!

 

Tag 6 - Wie lange dauert das voll laden

E-Auto App
Mit der App Pfalzwerke charge findet Susanne leicht alle Ladesäulen

Susanne wird gefordert. Eigentlich wollte sie an einer Ladestation auf dem Heimweg von der Arbeit laden und währenddessen mit dem E-Scooter ins Fitnessstudio. Ein guter „E-Plan“, doch leider findet sie keine geeignete Ladesäule in der Nähe, die sie ohne Neu-Registrierung nutzen kann. „So ist das am Anfang eines Selbstversuchs! Man muss erstmal immer aktiv für das Auto mitdenken und es in den Alltag mit einplanen. Kann ich einen Einkauf kombinieren? Wo finde ich die passende Ladestation?“. Doch Susanne ist positiv gestimmt: „Ich mag das“. Sie beschließt, am nächsten Tag zu überlegen, wie sie an eine neue Akkuladung kommt. Und es sei jetzt schon gesagt: Ein paar Tage später kennt Susanne das Ladenetz vor ihrer Haustür auf dem Effeff.

E-Auto Kia
Der e-Niro in abendlicher Laderomantik-Stimmung

Selina hat immer noch eine Reichweite von 56km. „Ich will heute einen Ausflug machen, der einfache Weg sind 20km – ich denke, wir sollten nicht im Sportmodus fahren!“, überlegt sie. Doch sie will den Tank leeren. „Ich will auch wissen, wie lang es dauert, wenn er komplett leer ist“.

Und wirklich. Sie fährt die Kiste runter auf 4km Reichweite. Punktlandung! Als das Auto an der Wallbox hängt, ist sie begeistert: 4 Stunden und 50 Minuten, dann sollte der Peugeot e-2008 wieder voll sein. Dann hat sie wieder 320km im Ecomodus. „Abends Stecker rein, morgens los, das ist unglaublich komfortabel“, ist Selinas Fazit.

 

Wie wird der Selbstversuch weiter gehen und was wird das Fazit nach zwei Wochen ohne Verbrenner sein? Wird sich eine der Kolleginnen vielleicht sogar für ein Elektroauto entscheiden? Wie weit Selina kommt, wenn sie sparsam fährt?

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