Als Kommune durch die Corona-Krise

Als Kommune durch die Corona-Krise

Die Pandemie stellt Kommunen vor unerwartete Herausforderungen. Sie haben schnell auf Krisenmodus umgestellt und neue Ansätze aufgegriffen, zeigen die Erfahrungen der Verbandsgemeinden Lauterecken- Wolfstein und Landau-Land.

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AUSLESE - DARUM GEHT`S HIER:

  • Die Corona-Pandemie hat auch Kommunen vor große Herausfordeurngen gestellt
  • Die Verbandsgemeinden Lauterecken-Wolfstein und Landau-Land haben umfassend reagiert
  • Ihre Lösungen reichen vom aktiven Krisenmanagement über die Stärkung der lokalen Wirtschaft hin zur Besetzung eines Klimamanagers
  • Unsere Lösungen für Kommunen gibt es hier

Verbandsgemeinde Landau-Land

Krisenmanagement & Digitalisierung

Torsten Blank, Bürgermeister: Das Corona-Virus verändert gerade unser Leben und unser Denken – im Privaten wie in der Wirtschaft und in der öffentlichen Verwaltung. Nach zwölf Wochen im Krisenmodus können wir zum einen stolz sein, dass wir bisher relativ glimpflich durch diese Zeit gekommen sind und wir Situationen von einem überlasteten Gesundheitssystem und hohen Sterblichkeitszahlen – wie in Italien oder Spanien – vermeiden konnten. Auf der anderen Seite zeigt uns die Corona- Pandemie, dass wir auf eine solche Situation in Deutschland ziemlich unvorbereitet waren und welchen Preis wir ökonomisch und gesellschaftlich dafür zahlen müssen.
Auch die Gemeinden waren auf eine solche Lage nicht wirklich vorbereitet. Es gibt Notfallpläne für Hochwasser- und Brandkatastrophen oder regionale Stromausfälle, aber nicht für einen kompletten „Shutdown“.

Torsten Blank

"Die Notfallplanung für unsere kritische Infrastruktur wird eine noch größere Bedeutung bekommen"

Torsten Blank, Bürgermeister Verbandsgemeinde Landau-Land

So hat uns in der Verbandsgemeinde Landau-Land in den ersten Wochen im März vor allem die Frage beschäftigt: Wie können wir die Arbeitsfähigkeit der Verwaltung, das Krisenmanagement und die Kommunikation zu den Bürgern sicherstellen? Und wie können wir unsere kritischen Infrastrukturen absichern? Vielen wurde durch den Begriff „Systemrelevanz“
erst bewusst, dass viele Selbstverständlichkeiten des täglichen Lebens in Krisenzeiten eine neue Bedeutung bekommen: von der Energieversorgung über die Trinkwasserversorgung, Abwasserbeseitigung, Telekommunikation bis zu Lieferketten von Toilettenpapier.

Wenn wir mit einem gewissen Abstand auf dieses Frühjahr 2020 blicken, dann werden wir feststellen: Die Krise war in Bereichen wie der Digitalisierung und neuen, flexiblen Arbeitszeitmodellen wie ein Katalysator, der die Entwicklung – auch in der Kommunalverwaltung – unwahrscheinlich beschleunigt hat. Wir werden für die Zukunft aber auch Lehren ziehen müssen aus dieser Krise, gerade im Gesundheitswesen, wo wir uns bei Herstellung von Schutzausrüstung, medizinischem Gerät und Medikamenten von einem globalisierten Markt abhängig gemacht haben. Für uns als Verbandsgemeinde wird der Schutz und die Notfallplanung für unsere kritische Infrastruktur eine noch größere Bedeutung bekommen. Wir werden uns hier mit den Pfalzwerken als unserem Energieversorger auf verschiedene Notfallszenarien intensiv vorbereiten, damit wir bestens gewappnet sind.

Verbandsgemeinde Lauterecken-Wolfstein

Lokale Wertschöpfung & Klimaschutzmanager

Andreas Müller, Bürgermeister: Eines meiner vordringlichsten Anliegen ist die lokale Wirtschaft und die damit verbundene Wertschöpfung in unserer Region zu unterstützen. Aus diesem Grund habe ich in meiner Verwaltung eine eigene Stelle geschaffen, die sich in erster Linie um die Belange und Nöte der örtlichen Betriebe kümmert – das ist jetzt besonders wichtig. Gesundheitlich sind wir zwar dank der geringen Bevölkerungsdichte und einem disziplinierten Verhalten bis jetzt nur mäßig von der Pandemie betroffen, doch unsere örtlichen Betriebe wie Hotel- und Gaststättengewerbe ebenso wie das Handwerk spüren die Krise deutlich.

Andreas Mueller

"Wir bemühen uns, Leistungen lokal zu beziehen. Das schließt das Thema Energie mit ein"

Andreas Müller, Verbandsgemeinde Lauterecken-Wolfstein

Wohin eine überbordende De-Regionalisierung und Globalisierung von Produktionsabläufen führt, hat uns die jüngste Vergangenheit schmerzlich vor Augen geführt, als die Lieferkette für einfachste medizinische Hilfsmittel wie Einwegmasken oder -kittel abriss. Wo es möglich ist, beispielsweise gerade bei der unterjährigen Beschaffungen des „täglichen Bedarfs“, sind wir bemüht, die Waren, Dienst- und Handwerkerleistungen aus dem Kreis der lokal vorhandenen Firmen zu beziehen. Das schließt das Thema Energie mit ein. Ich mache mich für die Installation eines Klimaschutzmanagers bei der Verbandsgemeinde Lauterecken-Wolfstein stark.

Diese Stelle wird unsere bereits verwirklichten Projekte, wie die umfassende Nutzung kommunaler Dachflächen zur Energiegewinnung, die Nutzung von Kraft-Wärme-Kopplung in der Heiz- und Schwimmbadtechnik, die energetische Verwertung von Klärgas sowie die Ergänzung der Dienstwagenflotte um Elektrofahrzeuge weiter ausbauen. Der Klimaschutzmanager wird ebenfalls Bürgerinnen und Bürger für den angewandten Klimaschutz sensibilisieren und praktische Umsetzungsmöglichkeiten aufzeigen. Auf dessen Agenda steht auch das Vorantreiben der E-Mobilität im ländlichen Raum, idealerweise in Kooperation mit Energieversorgern. Gerade für den Ausbau gewerblicher Fahrzeugflotten oder KfZ-Werkstätten ist hier noch Luft nach oben.

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