Ein Kompass für alle

Merle von Moock und Willy-Patric Freund sind unsere ersten Ansprechpartner für Compliance-Themen. Sie helfen mit, dass sich alle Beschäftigten an Regeln und Gesetze halten und stehen jederzeit mit Rat und Tat zur Seite. Warum das nicht heißt, dass sie z.B. Geschäftsessen und Geschenke per se verbieten, erklären sie hier.

Gesetzestext

AUSLESE - DARUM GEHT`S HIER:

  • Unser Compliance-Team hilft, dass sich die Pfalzwerke an gesetzliche Regelungen und Pflichten hält
  • Die beiden gelernten Juristen arbeiten an vielfältigen Themen
  • Du willst einen der spannenden Jobs in unserer Unternehmensgruppe übernehmen? Bewirb dich hier!

 

Wie erklären Sie Ihren Freunden, was Sie machen?

Merle von Moock: Meine Aufgabe ist es, meinen Kolleginnen und Kollegen Hilfe anzubieten und sie zu sensibilisieren, warum eine gesetzliche Regelung vorhanden und ein Verhalten an der ein oder anderen Stelle vielleicht nicht okay ist. Dadurch, dass wir das machen, stärken wir die Eigenverantwortung. Meine Arbeit ist also Hilfe zur Selbsthilfe.

Willy-Patric Freund: Ich bin Berater und offenes Ohr für alle. Man ist schnell der, „der die Geschenke verbietet“. Seit ich Compliance selbst mache, weiß ich, dass es zum Glück mehr ist!

Wie sähe ein Unternehmen ohne Compliance, d.h. ohne euren Bereich, aus?

WPF: Das will ich mir gar nicht vorstellen, denn sich „compliant“ verhalten, heißt ja, sich an Regeln zu halten. Ich denke, wenn ein Unternehmen schon lange am Markt ist, dann hat es Compliance, sonst hätte es keinen Bestand. Compliance ist ein Teil vom Risikomanagement.

MvM: Viele Kolleginnen und Kollegen wären unsicherer bei bestimmten Themen, etwa wie: Darf ich dieses Geschenk annehmen? Welche Preisklasse ist beim Geschäftsessen in Ordnung? Man hätte keinen Kompass.
 

Person Sprechblase

"Ohne Compliance hätten wir keinen Kompass"

Merle von Moock, Chief Compliance Officer

Wie läuft ein typischer Arbeitsalltag bei euch ab?

MvM: Es kommt immer anders als geplant! Wir sind dafür da, Kolleginnen und Kollegen jederzeit zu beraten. Heute morgen habe ich zum Beispiel die Anfrage bekommen: Kann ich diese Einladung für nächste Woche annehmen?

Gestern kam ein Kollege mit einem Geschenk des Dienstleisters und hat mit uns geschaut, ob er es annehmen darf. Da kann man nicht erst das Gesetz lesen und eine Woche später eine Rückmeldung geben…

Das heißt: Ich rechne morgens einen Puffer ein, aber schon um neun kann ich jeden Plan über den Haufen werfen (lacht).

Was ist für euch das Spannende an Compliance?

MvM: Compliance ist nicht nur eine Sache, sondern ganz vieles. Wir müssen ganz verschiedene Themen erfassen und verstehen. Und man muss permanent up to date bleiben, weil die Arbeitswelten sich ändern.
Gerade arbeiten wir an Do‘s and Don`ts zum Kartellrecht. 

Da geht es um Dinge wie  das Verhalten in einer Verbandssitzung oder den Umgang von Kooperationspartnern in einer Kooperation.

Gleichzeitig liegen auf meinem Tisch noch finanzmarktrechtliche Themen und ich muss eine Gesetzesänderung studieren, die durch die EU-Kommission auf uns zu kommt - ich schaue, was das für eine Auswirkung auf uns hat. Und nachher reden wir mit der Kollegin aus dem Marketing über die interne Kommunikation zu einem Thema.
Diese Vielfältigkeit ist herausfordernd. Aber mir macht das Spaß, wenn ich mich in jedes der Themen eindenken muss, um es zu lösen. Und ich lerne jetzt Leute kennen, die ich in den vielen Jahren im Haus nicht gesehen habe. Das ist spannend.

WPF: Man hat einen anderen Blickwinkel, wenn man Compliance macht. Wir sind nicht Kolleg*in aus Fachbereich x und Fachbereich y, sondern wir sind ein Team der Unternehmensgruppe und wollen gemeinsam eine Lösung finden. Oft denkt man, Compliance weiß ja alles (besser). Aber eigentlich ist es genau andersherum: Der Fachbereich kennt die Regelung, wir beraten. Zusammen finden wir eine Lösung. Das Ziel für die nächsten Jahre ist, wirklich im ganzen Haus die Hemmschwelle abzubauen, sich mit dem Thema Compliance zu befassen. Das läuft viel über die persönliche Komponente.

"Oft denkt man, Compliance weiß ja alles (besser) - so ist es nicht."

Willy-Patric Freund, Experte Compliance

Wie war euer Weg in diesen Job?

 

MvM: Ich bin gelernte Juristin und schon seit 16 Jahren bei den Pfalzwerken, davon allein neun im juristischen Bereich. Ich habe ein Fernstudium zum Thema Energiehandel und Risikomanagement gemacht und leite nun seit bald sieben Jahren die Handelskontrolle. Irgendwann kam Compliance auf mich zu. Ich sage das bewusst so. Ich habe nicht gesagt: Ich mache jetzt Compliance.

Merle von Moock

Es wurde vielmehr klar, dass Compliance noch detaillierter im Unternehmen behandelt und kommuniziert werden sollte und Compliance und Handelskontrolle (beides Teil des Risikomanagements) gut zu einander passen könnten. Da war für mich klar: Das würde ich gerne machen.

Willy-Patric Freund

WPF: Ich bin auch Jurist. Während des Studiums hat mir das Soziale deutlich mehr Spaß gemacht als das pure, trockene Paragrafen-lernen. Ich war dann erst in einer Kanzlei, bin dann aber durch meine Tätigkeit als Anwalt bei einem Wirtschaftsunternehmen zu  Compliance gekommen. Deswegen: Eigentlich glaube ich, dass ich schon als Kind mit Compliance angefangen habe (lacht). Ich habe immer zwischen meinen Geschwistern und meinen Eltern vermittelt.

MvM: Stimmt, ich war auch immer die Diplomatin in der Familie.
Ich habe auch eine Ausbildung zur systemischen Mediation gemacht. Da habe ich gelernt, zu schauen: wo kommt der Kollege, die Kollegin gerade gedanklich her? Das hilft mir jeden Tag.

Was erhofft ihr euch, wie sieht euer Job in 5 Jahren aus?

MvM: Ich hoffe, dass er sich noch weiter entwickelt hat. Ich wünsche mir, dass wir dann eine starke Compliance-Kultur haben, die mehr zum Alltag dazu gehört als jetzt. Manchmal wundere ich mich, wie oft man Dinge wiederholen muss, bis sie im Gedächtnis bleiben. Man sagt, 16% von einer Schulung bleiben im Kopf. Das ist so wenig, da muss man sich gedulden, bis eine solche Compliance-Kultur entstanden ist. Das fällt mir manchmal schwer.
Ich wünsche mir, dass wir in fünf Jahren in allen Bereichen involviert und noch stärker in der Unternehmensgruppe vernetzt sind.

Zudem wäre es schön, wenn man irgendwann ein größeres Team hat, das auch interdisziplinär ist und unterschiedliche Sichtweisen und Persönlichkeiten vereint.
Wir sind ja beide gelernte Juristen, das ist oft hilfreich um die Systematik hinter einem Thema zu verstehen. Manchmal ist man als Jurist aber zu analytisch und zu wenig pragmatisch. Ein interdisziplinäres Compliance-Team wäre toll.

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