Energiewissen Teil 2

Energiewissen Teil 2

Wusstest du, das Salzwasser brennen kann und Erdgas eigentlich keinen Eigengeruch hat? Außerdem diesmal in den Fakten und Stories aus der Energiewelt: Wie man aus Abwasser Energie gewinnt und warum die Isländer so viel Strom verbrauchen.

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AUSLESE - DARUM GEHT`S HIER:

  • Wie Salzwasser brennen kann

  • Warum Erdgas zum Stinken gebracht wird

  • Forschung: Wie aus Abwasser Energie gewonnen werden kann

Brennendes Salzwasser

Wasser löscht Feuer. Das weiß jeder. Aber Salzwasser kann auch brennen. Dies entdeckte der amerikanische Radiotechniker John Kanzius im Jahr 2007 durch Zufall. Eigentlich wollte er Krebszellen mit Radiowellen behandeln. Als er unabsichtlich ein Reagenzglas mit Salzwasser bestrahlte, erzeugte er einen Funken. Mit einem Streichholz angezündet brannte das Wasser so lange, wie die Wellen angeschaltet waren. Die Flamme hatte eine Temperatur von über 1500 Grad Celsius. Bisher kann die Wissenschaft das Phänomen nicht erklären. Aber ein Professor der Pennsylvania State University wiederholte das Experiment. Am besten funktioniert es mit einer Kochsalz-Konzentration wie im Meerwasser, fand er heraus. Ob man also bald das Auto mit Salzwasser tanken kann, ist noch zu klären…

Stinkendes Erdgas

Wonach riecht Erdgas? Eigentlich nach nichts. Erst die Gasversorger mischen ihrem Produkt einen Stoff bei, der übel stinkt. Oft wie faule Eier oder Knoblauch, aber auch chemisch, fast wie Klebstoff – je nach Region. Denn es gibt verschiedene Duftstoffe: zum Beispiel schwefelfreie Mittel auf Acrylatbasis oder schwefelige Mercaptane. Dieser „Duft“ kommt auch in der Natur vor – im Drüsensekret des Stinktiers. Warum machen die Versorger das? Wenn es in der Wohnung oder im Keller nach Gas riecht, kann dies auf ein Gasleck hindeuten. Schon eine glimmende Zigarette oder ein Funke aus einem Elektrogerät könnten das Gas zur Explosion bringen. Dank der Beimischung aber riechen selbst kleinste Mengen Erdgas intensiv. Weniger als 0,5 Prozent Gasanteil im Raum reichen, um den Warngeruch wahrzunehmen.

Der Stromverbrauch der Isländer

Weltweit verbraucht China den meisten Strom. Schließlich ist es auch das Land mit den meisten Einwohnern. Teilt man jedoch die Strommenge, die die CIA jedes Jahr im World Factbook veröffentlicht, durch die Einwohnerzahl, kommt ein unerwarteter Spitzenreiter heraus: Island. Jeder der rund 360.000 Einwohner verbraucht über 51.000 Kilowattstunden pro Jahr – so viel wie 15 deutsche Haushalte! Aber nur statistisch. Allein zwei Drittel des isländischen Stroms fließen in drei Aluminiumwerke. Insgesamt gehen mehr als drei Viertel an Großverbraucher.
Die restlichen 23 Prozent teilten sich Privathaushalte und kleine Unternehmen. Islands Strom wird rein regenerativ aus Wasserkraft und Geothermie erzeugt. Deutschland liegt übrigens beim Pro-Kopf-Verbrauch mit knapp 7.000 kWh auf Platz 31 im Länderranking.

Energie aus Abwasser gewinnen

Was durchs Klo geht, ist eklig und stinkt. Klar. Aber was, wenn sich aus Fäkalien Geld machen ließe? Oder besser: Strom? Ein Team um Falk Harnisch vom Helmholz-Zentrum für Umweltforschung in Leipzig arbeitet mit elektroaktiven Mikroorganismen. Diese Bakterien erzeugen Strom, während sie die energiereichen Bestandteile im Abwasser abbauen. Hinten raus kommt sauberes Wasser. Und um zwei Drittel weniger Klärschlamm. Bei mehr als zehn Millionen Tonnen Klärschlamm pro Jahr in der Europäischen Union und Entsorgungskosten von bis zu 400 Euro pro Tonne lässt sich viel Geld sparen. Mehr noch: Zehn Prozent ihres Energieverbrauches benötigen deutsche Kommunen, um Abwasser zu reinigen. Bald könnten sie aus dem Dreck Strom gewinnen. „Geld stinkt nicht“ wussten schon die Römer, die Urin sammelten – das Ammoniak darin diente als Waschmittel.

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