Förderdschungel Energieeffizienz – Wie Bauträger Fördermittel richtig nutzen

Förderdschungel Energieeffizienz – Wie Bauträger Fördermittel richtig nutzen

Die KfW-Förderung ist nur eine von vielen möglichen Zuschüssen für energieeffizientes Bauen und Modernisieren. Wie Bauträger und die Wohnungswirtschaft von Zuschüssen für Sanierungsmaßnahmen profitieren, erfahren Sie in unserem Experteninterview.

FAQ

AUSLESE - DARUM GEHT`S HIER:

  • Es gibt viele Förderprogramme für energieeffizientes Bauen & Modernisieren
  • Die Wohnungswirtschaft profitiert von erhöhten Zuschüssen
  • Neu: Die KfW hat Zuschüsse für energetische Maßnahmen im Bausektor stark angehoben
  • Unser Experteninterview mit Mathias Krätzer (DZ Bank)
  • Mehr erfahren zu Fördermaßnahmen in unserem kostenlosen Webseminar

 

Politik und Wissenschaft sind sich einig – zur Erreichung der Nachhaltigkeitsziele soll die Sanierungsquote im Gebäudebestand verdoppelt und Neubauten heute schon im höchsten Energiestandard ausgeführt werden.
Und das möglichst ohne zusätzliche Belastungen der Mieter*innen. Als Anreizinstrument existieren bereits heute eine Vielzahl von Förderprogrammen für energieeffizientes Bauen und Modernisieren, u.a. das KfW-Programm. Diese sollten durch das neue Klimaschutzprogramm massiv vereinfacht und weiterentwickelt werden.
Welche Änderungen gibt es seit Anfang des Jahres? Was bedeutet das für Sie?


Diese und weitere Fragen beantwortet Mathias Krätzer in unserem Experteninterview.

Mathias Kraetzer DZ Bank

 

Mathias Krätzer ist stellvertretender Abteilungsdirektor bei der DZ Bank und befasst sich seit 15 Jahren mit dem Thema Fördermittel, insbesondere für die wohnwirtschaftlichen Förderungen.

Warum gibt es Fördermittel für (Um-)Baumaßnahmen?

Mathias Krätzer: Fördermittel dienen als Steuerungsinstrument der Regierung, um Maßnahmen attraktiv zu machen, deren Nutzen eventuell zunächst in Frage gestellt wird – oder deren Wirtschaftlichkeit im ersten Schritt scheinbar fehlt. Die monetäre Unterstützung durch die Fördermaßnahmen machen so zum Beispiel die energetische Modernisierung und Sanierung von Gebäuden für die Wohnungswirtschaft lohnenswert.
Aber auch Förderungen zum verstärkten Einsatz erneuerbarer Energien oder die Heizungsoptimierung von Wohneinheiten sowie deren altersgerechten Umbau gibt es, deren Umsetzung stark bezuschusst wird.

Welche Änderungen in der Förderung durch die Bundesregierung und die KfW gibt es 2020?

Mathias Krätzer: Ende 2019 und zu Beginn diesen Jahres wurden zwei wichtige Fördermaßnahmen von der Bundesregierung angestimmt, die schließlich von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) in finanzielle Förderungen umgewandelt wurden: Zum einen hat die KfW Ende Januar die Tilgungszuschüsse, d.h. die Zuschüsse für energetische Maßnahmen an Gebäuden, stark angehoben. Wir reden hier von bis zu 48.000€ Zuschuss pro Wohneinheit!

Zudem hat die Bundesregierung durch das neu verabschiedete Gebäude-Energiegesetz (GEG) die Förderung von Öl-Heizungssystemen komplett und die von Gas zu großen Teilen eingestellt. Stattdessen gibt es eine Austauschprämie für Ölheizungen, die gegen neue, effizientere und klimafreundlichere Heizanlagen und ersetzt werden. So wird der Umschwung auf erneuerbare Energien gefördert.

Wo eignet sich welche Fördermittelkombination bei der energetischen Modernisierung von Gebäuden?

Mathias Krätzer: Grundsätzlich kann man sagen: Die aktuellen Fördermöglichkeiten sollen einen dazu ermutigen, nicht alle zwei Jahre ein Stück eines Gebäudes oder eines Wohnquartiers zu modernisieren, sondern gleich den „großen Wurf“ anzugehen, d.h. direkt das ganze Quartier oder das Gesamtgebäude energetisch zu sanieren.
Je mehr Umbaumaßnahmen man angeht, desto eher erreicht man einen hohen energetischen Wert einer Immobilie. Je höher der energetische Wert eines Gebäudes, desto mehr wird von der KfW bezuschusst. Zudem ist die Kombination mit Zuschüssen durch unterschiedliche Fördermittelgeber spannend.
Wenn zum Beispiel Fenster und Dach an einem Gebäude gleichzeitig saniert werden, spart man zum einen eine größere Energiemenge. Zudem muss ich nur einmal ein Gerüst aufstellen. Und ich habe nur einmal den Dreck.
Je nach Wohneinheit kann es auch Sinn machen, energetische Maßnahmen mit Umbaumaßnahmen zum altersgerechten Wohnen zu verbinden, also zum Beispiel eine ebenerdige Dusche oder ein Aufzugssystem in das Gebäude zu integrieren.
Auch hierfür gibt es Fördermittel, die gerne miteinander kombiniert werden können.

Wo kann ich mich über Fördermittel informieren?

Mathias Krätzer: Die ersten Informationen gibt die eigene Hausbank oder die Website der KfW und dem Bundesamt für Wirtschaftskontrolle (Bafa).

Anschließend macht es Sinn, in einem persönlichen Gespräch zu schauen: Lande ich mit meinen Kosten im förderfähigen Rahmen? Welche Maßnahmen machen am meisten Sinn? Was sind die nächsten Schritte?
Es ist zum Beispiel sinnvoll, mit einem Energieberater die Immobilie zu begutachten, da dieser einen wesentlichen Anteil an der Vorbereitung und Umsetzung der Maßnahme hat.

 

Hat sich die Fördermittel Situation mit den Änderungen verbessert?

Mathias Krätzer: Derzeit ist der Umbau von Gebäuden hin zu mehr Klimafreundlichkeit besonders attraktiv, da man Förderungen kombinieren kann, zum Beispiel wenn man eine energetische Sanierung mit dem Austausch der Ölheizungen gleichzeitig durchführt. Zudem gibt es neben der Förderung durch die KfW auch die Fördermittel vom BAFA, das Investitionszuschüsse ohne eigenen Kredit vergibt.

Ich glaube, die meisten Menschen wissen gar nicht, welche Fördermittel es gibt. Wenn ich dann sage, dass wir von 48.000€ Zuschuss pro Wohneinheit sprechen, sind viele überrascht. Das ist geschenktes Geld!
Daher hat sich die Förderlandschaft mit Beginn diesen Jahres verbessert.

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