Wärmewende im Gebäudesektor

Wärmewende im Gebäudesektor

Der Energieverbrauch von öffentlichen und privaten Immobilien ist immens. Wo besteht Einsparpotenzial? Welche Wärmetechnologie verbraucht wie viel CO2? Antworten gibt unsere Infografik.

Im Klimaschutzplan 2050 setzt die Bundesregierung die Ziele für den Gebäudesektor fest, zunächst bis 2030. Bis dahin sollen die CO2-Emissionen auf 70 bis 72 Millionen Tonnen reduziert werden. Von heute rund 120 Millionen! Wie kann dieses Ziel erreicht werden?

"Um langfristig einen nahezu klimaneutralen Gebäudebestand zu erreichen, muss deutlich mehr und deutlich schneller in die energetische Optimierung des heutigen Bestands investiert werden", so das Papier der Bundesregierung.

Doch wo ansetzen? Unsere Infografik gibt erste Antworten.

Fachgerechte energetische Sanierung

40% des gesamten Energieverbrauchs in Deutschland werden für Heizung, Warmwasser und Beleuchtung in öffentlichen und privaten Gebäuden verbucht. Allerdings könnten 80% des Energiebedarfs von Immobilien durch eine fachgerechte energetische Sanierung und eine moderne Gebäudetechnik gespart werden.

Jede zweite Heizungsanlage ineffizient

21 Millionen Heizungen sind in deutschen Gebäuden installiert. Davon ist über die Hälfte älter als zwanzig Jahre. Wenn man bedenkt, dass Heizungen ab einem Alter von fünfzehn Jahren als energetisch ineffizient gelten, wird klar: Hier besteht Handlungsbedarf.

Auch der Thinktank Agora Energiewende sieht großen Nachholbedarf bei der Wärmewende. „Die Umsetzung der Wärmewende ist bislang mangelhaft. Mit einem Weiter-so werden wir das Klimaschutzziel im Gebäudebereich für 2030 weit verfehlen“, konstatiert Alexandra Langenheld, Projektleiterin Effizienz und Lastmanagement bei Agora Energiewende. „Immerhin: Die Diskussion über die Rolle aller verfügbaren Gebäude-Klimaschutztechnologien wie Dämmung, Wärmepumpen, Wärmenetze, dezentrale erneuerbare Energien und Power-to-Gas nehmen aktuell zu".
Gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES) sowie für Bauphysik (IBP) hat der Thinktank untersucht, welche Mindestniveaus dieser Schlüsseltechnologien notwendig sind, um die Klimaschutzziele zu erreichen4. Kein überraschendes Ergebnis: Die Wärmewende braucht den Ausstieg aus fossilen Energieträgern.

Wärmepumpe als umweltfreundliche Alternative

Laut der Studie von Agora Energiewende stützt sich der klimagerechte und kosteneffiziente Wärmemix für Gebäude im Jahr 2030 auf rund 40 Prozent Erdgas, 25 Prozent Wärmepumpen und 20 Prozent Wärmenetze. Öl fällt aus dem Mix weitestgehend heraus. Das bedeutet: Während Erdgas bis 2030 das heutige Level hält und erst langfristig ersetzt werden muss, müssen Ölheizungen aus Klimaschutzsicht weitestgehend verschwinden.

Während ein Heizölkessel rund 380g CO2 pro kWh emittiert, sind es beim BHKW mit Kraft-Wärme-Kopplung nur 210g. Eine Wärmepumpe ist beim Einsatz von Ökostrom sogar emissionsfrei und damit sehr umweltfreundlich.

Update: Am 23.10.2019 hat das Bundeskabinett den Gesetzesentwurf zum Gebäude-Energiegesetz beschlossen. Es regelt auch den Einsatz von Ölheizungen & gibt Anreise für das energetische Sanieren von Häusern. Hier haben wir das Gesetz kurz & knapp zusammengefasst.

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