Mit Energie von hier autark leben

Mit Energie von hier autark leben

Der Weg zum klimafreundlichen Haushalt hängt wesentlich von der Energie ab. Bei Familie Curschmann liefert die Sonne den klimaneutralen Strom vom Dach – auch für das in der Familie sehr begehrte E-Auto.

Erneuerbare Energie

AUSLESE - DARUM GEHT`S HIER:

  • Familie Curschmann lebt klimafreundlich mit Solaranlage
  • Auch ein E-Auto und eine Wallbox gehören zum Haushalt
  • Ein Stromspeicher soll den Selbstversorgergedanken ausbauen

Mit E-Auto und Wallbox mobil

Seit einem Jahr steht der e-Golf im Carport von Familie Curschmann in Weisenheim am Sand und ist täglich in Bewegung. Rainer und Birgit Curschmann haben drei erwachsene Kinder in Ausbildung, die in Corona-Zeiten wieder häufiger zuhause sind. Der e-Golf ist mit seiner Reichweite von über 200 Kilometern unter den Familienmitgliedern sehr gefragt. „Er fährt sich einfach megaschön“, erzählt Sohn Moritz begeistert, der in Jena studiert. Es ist nicht nur der Spaß an der schnellen Beschleunigung oder am leisen Fahren, „das E-Auto zeigt sofort den Zusammenhang zwischen Verhalten und Energieverbrauch auf. Fährt man sportlich, dreht die Heizung oder die Klimaanlage auf, dann kann man direkt sehen, wie die Reichweite sinkt. Passt man sein Verhalten an, klettert sie wieder.“

Moritz und Birgit Curschmann im E-Auto
Moritz Curschmann lädt das Elektroauto der Familie an der eigenen Wallbox

Auch seine Mutter beobachtet ihr eigenes Verhalten mit dem elektrischen Auto viel genauer. „Man fragt sich, welche Funktionen man wirklich braucht“, erklärt Birgit Curschmann. „Lohnt es überhaupt, die Heizung auf kurzen Strecken einzuschalten? Ich habe deshalb beispielsweise noch nie die Sitzheizung genutzt, obwohl ich dachte, dass wir die bräuchten“, erklärt Birgit Curschmann lachend. Geladen wird das Fahrzeug an der Wallbox, die wir installiert haben. Sie ist so programmiert, dass der Golf zum günstigen Nachttarif „betankt“ wird und das Auto stets morgens um 5.30 Uhr voll geladen ist. Benötigt man zwischendurch während des Tages eine kurze Nachladung, genügt ein Knopfdruck, und der Ladevorgang startet.

Mit PV-Anlage E-Auto laden und einspeisen

Das i-Tüpfelchen des Fahrvergnügens sind die geringen Kosten. Denn seit zehn Jahren hat die Familie eine Photovoltaik (PV)-Anlage auf dem Dach, mit einer Leistung von 9,8 Kilowattpeak. Damit lässt sich nicht nur das Haus samt E-Fahrzeug versorgen, es wird auch Überschuss produziert, der ins Netz eingespeist wird. Die Ausbeute der Anlage hat Rainer Curschmann in mehreren Etappen optimiert. Das ursprüngliche Flachdach wurde saniert. Der neue Neigungswinkel ergab zwar nicht mehr Dachfläche für PV-Module, doch eine höhere Energieausbeute. Zudem wurde die Bepflanzung angepasst, sodass mehr Licht aufs Dach und ins Wohnzimmer fällt. Die Ernte der PV-Anlage wird ins Netz eingespeist und der Bedarf bezogen. Unterm Strich ein Gewinn für die Umwelt und die Curschmanns. Mit heutigen Solarkonzepten können sich PV-Besitzer zunächst selbst mit dem eigenen Sonnenstrom versorgen.

Kachelofen spendet Wärme

Doch die Curschmanns haben sich schon vor der PV-Anlage mit der nachhaltigen Nutzung von nachwachsender Energie beschäftigt. Für die Familie ist der Kachelofen der zentrale Punkt im Haus. „Das ist so gemütlich, wenn man mit Holz einheizt und morgens hier seinen Kaffee trinkt“, schwärmt Birgit Curschmann. Der Ofen heizt Wassertaschen auf, die die Wärme zunächst an die Steine abgeben und wiederum an den Raum abstrahlen. Zudem ist der Kachelofen an das Heizsystem des Hauses angeschlossen und wärmt die Räume über Fußbodenheizung.

Der Kachelofen ist der zentrale Punkt im Haus

Für die meiste Zeit des Jahres reicht die Wärme des Kachelofens für das Haus aus, ergänzt wird mit einer Ölheizung. Diese Kombination hat noch einen wesentlichen Vorteil: „Äste oder Holz, das auf dem Grundstück anfällt, können wir direkt zum Heizen nutzen“, erklärt Moritz.

Nächster Schritt: Stromspeicher

Auch Hühner gehören zum Haushalt der Curschmanns und tragen zur Autonomie der Familie bei.

Birgit Curschmann hat den Selbstversorgergedanken noch weiter ausgebaut. Seit einem halben Jahr gehören auch vier multikulturelle Hennen zur Familie, die tatsächlich täglich ein Ei zur Verpflegung beisteuern. Technisch könnte die nächste Etappe ein Stromspeicher werden, damit lässt sich der Grad der Selbstversorgung weiter steigern – ein Fall für uns. Genügend Überschuss liefert die Anlage von Familie Curschmann allemal.

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  • Photovoltaik-Anlage

Die selbst produzierte Sonnenenergie kann sofort selbst verbraucht werden.

  • Stromspeicher

Wer mehr Strom erzeugt, als er direkt nutzt, kann überschüssigen Strom speichern und ihn beispielsweise verbrauchen, wenn die Sonne nicht scheint. Das steigert den Grad der Selbstnutzung und die Unabhängigkeit von fossilen Rohstoffen.

  • Wallbox

Die Wallbox macht ein E-Auto erst richtig grün und lässt sich so programmieren, dass das E-Auto immer Sonnenstrom tankt.

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