Intelligenz im Stromzähler – der Smart Meter Rollout

Intelligenz im Stromzähler – der Smart Meter Rollout

Unsere analogen Stromzähler werden nun peu à peu durch digitale Zähler, auch Smart Meter genannt, ersetzt werden. Das bietet viele Vorteile, wirft vielleicht aber auch Fragen auf. Wir klären zuerst einmal ein paar Fakten.

Das Messstellenbetriebsgesetzes schreibt vor, die bekannten Ferraris-Zähler stufenweise auf digitale Messtechnik umzustellen. Das Ziel: eine sichere und standardisierte Kommunikation in den Energienetzen und damit ein wichtiger Beitrag zur Energiewende. Denn ein Energieversorgungssystem, bei dem der Strom hauptsächlich aus schwankender Stromerzeugung stammt, setzt ein intelligentes Kommunikationsnetz voraus.

Unsere analogen Stromzähler werden nun peu à peu durch digitale Zähler, auch Smart Meter genannt, ersetzt werden. Das bietet viele Vorteile, wirft vielleicht aber auch Fragen auf. Wir klären zuerst einmal ein paar Fakten.

Was ist ein Smart Meter und wie funktioniert er?

Der Begriff Smart Meter ist heutzutage in aller Munde. Richtiger ist allerdings die Bezeichnung intelligentes Messsystem, kurz iMSys. Dieses System besteht immer aus einem elektronischen Basiszähler, auch als moderne Messeinrichtung bezeichnet, und einem Smart Meter Gateway. Der Basiszähler erfasst den täglichen Stromverbrauch und die tatsächliche Nutzungszeit des Stroms. Selbständig sendet das Gerät den Verbrauch aber nicht nach außen. Dafür braucht es ein Smart Meter Gateway – die zweite Komponente des intelligenten Messsystems. Das Smart Meter Gateway ist eine Kommunikationseinheit, die es ermöglicht, die gesammelten Messdaten zum Stromverbrauch an den Messstellenbetreiber (also die Firma, die das intelligente Messsystem einbaut, betreibt und wartet) und an den Stromversorger zu übertragen.
Auf der Website des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie gibt es einen informativen Erklärfilm zum Thema Smart Meter.

Was sind die Vorteile von intelligenten Messsystemen (Smart Meter)?

Die intelligenten Messsysteme erfassen den individuellen Stromverbrauch im 15-Minuten-Takt. In einem Portal kann der Verbrauch visualisiert werden. So kann ich jederzeit am Computer verfolgen, wie viel Strom ich heute, in der vergangenen Woche oder vor einem Jahr verbraucht habe. Auf diese Weise kann ich den eigenen Energieverbrauch optimieren und Energie sparen. Ich kann so zum Beispiel Stromfresser im Haushalt erkennen. Weil der intelligente Stromzähler alle Verbrauchsdaten automatisch übermittelt, können auch die üblichen Abschlagszahlen entfallen. Es wird dann nur das berechnet, was bis zum Monatsende verbraucht wurde.

•    Visualisierung Ihrer Verbrauchswerte 
•    Bessere Planbarkeit und Einsparung von Kosten, Zeit und Energie 
•    Automatisierte Verbrauchsdatenübermittlung 
•    Basis für zukünftige Technologien und Tarifmodell

Unternehmen können mit intelligenten Messsystemen und der dadurch ermöglichten Visualisierung ihrer Verbrauchsdaten recht einfach ihre Anlagen optimieren: Zum Beispiel kann ein Bäcker den Stromverbrauch seiner zehn Filialen verfolgen und ineffiziente Kühltruhen oder Backöfen erkennen und austauschen.
Praktisch ist: Die Ablesung ist automatisiert und die Stromabrechnung wird automatisch zugestellt. Ich muss also keinen Ablesedienst ins Haus lassen.
Die Bundesnetzagentur hat die Funktionen der Smart Meter gut zusammengefasst.

Wer bekommt ein Smart Meter (iMSys)?

Alle Verbraucher mit einem jährlichen Stromverbrauch von über 6.000 Kilowattstunden (kWh) sind verpflichtet, ein iMsys einbauen zu lassen. Der jeweilige Jahresverbrauch wird anhand des Durchschnitts der vorangegangenen drei Kalenderjahre errechnet.


Ein normaler Vier-Personen-Haushalt verbraucht rund 4.000kWh – aber wer zum Beispiel eine Wärmepumpe betreibt, kann die 6.000 kWh-Grenze schnell überschreiten und bekommt dann auch ein intelligentes Messsystem. Auch Familien mit einem großen Haus können schnell über der Grenze liegen. Besitzer von PV-Anlagen mit einer Leistung über 7 kWp bekommen ebenso ein iMsys eingebaut. Bis 2032 müssen von Gesetzes wegen alle Ferraris-Zähler durch eine moderne oder intelligente Messeinrichtung ersetzt werden. Deswegen bekommen viele Kunden diesen schon jetzt eingebaut, zum Beispiel wenn sowieso Renovierungsarbeiten anstehen oder ein neuer Zähler beantragt wird. Die spätere Erweiterung zu einem intelligenten Messsystem ist dann einfacher.
Mehr zum Unterschied zwischen analogen Zählern, moderner Messeinrichtung und intelligenten Stromzählern findest du im Beitrag zum Thema Stromzähler ablesen.

Kann ich einem Einbau widersprechen?

Nein, das ist nicht möglich. Dies ist durch das Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende vorgeschrieben. Hier gibt es neue Regeln für das Messstellenbetriebsgesetz: Wann müssen analoge Stromzähler durch digitale ersetzt werden? Wer bekommt ein intelligentes Messsystem? Das regelt das Gesetz. Aber warum auch widersprechen? Durch den Einbau leisten Sie einen Beitrag zur Energiewende – und das ist für unser aller Zukunft wichtig.

Wie sicher sind die intelligenten Messsysteme?

In einem Smart Meter Gateway wird ein Krypto-Chip eingesetzt. Damit ist die Technik sicherer als Online Banking. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) überwacht diese hohen Anforderungen an die Sicherheit und stellt nur Zertifizierungen für Geräte aus, die diesem Standard genügen.

Viele Verbraucher haben Angst, dass die detaillierte Auslese des Stromverbrauchs einen Rückschluss darauf gibt, ob man zu Hause ist. Das ist natürlich nicht unberechtigt, da die Daten vorliegen. Allerdings nur in verschlüsselter Form. Das heißt: Das System müsste dafür gehackt werden, was sehr schwierig ist. Zudem werden die Daten aus diesem Grund nur alle fünfzehn Minuten ausgelesen (außer, die Verbraucherin oder der Verbraucher wünschen eine detailliertere Analyse).

Wann startet der Smart Meter Rollout?

Der Smart Meter Rollout hat im Februar 2020 begonnen.

Was kostet der Smart Meter Rollout?

Der Preis für das intelligente Messsystem wird durch §31 des Messstellenbetriebsgesetzes bestimmt und beinhaltet den Austausch des aktuellen Zählers. Entwpricht der Zähler nicht den Vorschriften, muss der Zählerplatz auf eine Kosten umgebaut werden.

Kosten Smart-Meter
Die Kosten für die intelligente Messsysteme sind derzeit noch nicht hinreichend absehbar. Deshalb orientiert sich die Veröffentlichung vorsorglich an den gesetzlichen Preisobergrenzen. Wir behalten uns vor. Die veröffentlichten Preise je nach Kostenentwicklung ggf. auch unterjährig abzusenken. *Die Preise werden zu einem späteren Zeitpunkt vor Rolloutbeginn veröffentlicht.

Noch mehr Fragen & Antworten zum Thema digitale Zähler

Hier haben wir weitere FAQs zum Thema Smart Meter beantwortet.

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