Der Infusionsständer als Raketenstation

Der Infusionsständer als Raketenstation

Im tristen Alltag in Kinderkrankenhäusern und Altersheimen sind die Clown Doktoren e.V. gern gesehene Gäste. Hier erzählen Sie uns, was ein Clown bewirken kann.

 

Angst vor der Blutabnahme, langweilige Tage im Krankenhaus oder die alte Dame, die seit Stunden vor sich hin döst: Ein Fall für die Clowns von Clown Doktoren e.V.!

 

AUSLESE - DARUM GEHT`S HIER:

  • 1.500€ spendeten unsere Mitarbeitenden an den Verein Clown Doktoren e.V.
  • 33 Clowns besuchen jeden Tag Kinder & Senioren im Krankenhaus & Altersheim
  • Hier mehr über unser soziales Engagement erfahren

 

1.500€ für einen tollen Verein

Seit 25 Jahren bringen die Clowns Freude und Abwechslung in das Leben kranker Kinder und alter Menschen im Krankenhaus, Kinderhospiz und Seniorenheim. Das finden wir unterstützenswert! 1.500€ spendeten unsere Mitarbeitenden bei einer hausinternen Veranstaltung für den Verein.

Nun durften wir den Scheck an Clownin Dr. Krümmel und Geschäftsführer Rainer Bormuth übergeben – und haben dabei erfahren, was Clowns bewirken können…

Spendenuebergabe Clown Doktoren e.V.
Irena Stiller und Sofia Drescher aus unserer Marketing-Abteilung übergeben die Spende an Geschäftsführer Rainer Bormuth und Clownin Dr. Krümmel.

Was können Clowns, was Menschen nicht können?

Dr.Krümmel (Ruth Albertin): Clowns gehen anders mit kranken Kindern oder Senioren um. Zum Beispiel hatte letzte Woche ein Kind Angst vor einer Blutabnahme. Dann spiegeln wir das als Clown und sind extrem ängstlich, zittern am ganzen Körper. Das Kind ist über sich hinaus gewachsen und hat den Clown getröstet: So schlimm ist es doch auch wieder nicht! Die Blutabnahme ging dann problemlos.


Wir als Clowns nehmen der Situation die Schwere. Wir haben ein Kind besucht, das hatte Geburtstag. Die Familie hatte am Tag vorher die Diagnose Leukämie erhalten. Wir wussten: Wir feiern trotzdem eine kleine Party. Die Eltern konnten das in dem Moment natürlich nicht initiieren. Dafür waren wir da.

Clown Doktoren Krankenhaus Kind | © Michael Euler
© Michael Euler, Clown Doktoren e.V.

Clowns können auch einen Schritt weiter gehen, sich mehr trauen. Letztens trafen wir auf einen alten Mann im Seniorenheim, der versunken da saß. Wir haben musiziert, ein Lied, das ihn an früher erinnert hat. Und wir haben uns getraut, ihn an der Hand zu nehmen um mit ihm zu tanzen. Die Pfleger waren erstaunt: Sie waren zuvor zu viert beim ihm gesessen und hatten erfolglos ihr Glück versucht.

Kurzum: Wir schaffen es meistens, bei den Menschen einen Perspektiv- und einen Stimmungswechsel herbeizuführen. Wir versuchen, die Schwere zu nehmen.

Wie ist der Arbeitsalltag der Clown Doktoren?

Dr.Krümmel: Wir haben 33 Clowns, die in Zweierteams in unseren Kliniken unterwegs sind. Wenn wir in Kinderkrankenhäusern und Kinderhospizen zu Gast sind, tragen wir einen bunten Arztkittel. Jeder Clown hat seine eigenen Requisiten. Ich habe zum Beispiel eine Ziehharmonika dabei, andere Clowns jonglieren oder sind Puppenspieler. Bevor wir zu den Kindern gehen, bekommen wir vom Pflegepersonal Informationen: Welche Familie hat eventuell gerade eine niederschmetternde Diagnose bekommen? Wie alt sind die Kinder? Zudem geben wir wichtige Informationen oder Hintergrundgeschichten auch an die Clownskollegen weiter, die bei der nächsten Visite dran sind.

In jedem Zimmer zaubern wir dann etwas Neues.
Wir schauen, was gibt uns das Kind. Der Rest ist Improvisation. Die Nierenschüssel wird zum Schiffchen. Der Infusionsständer zur Raketenstation. Wir singen ein Lied zum Namen des Kindes. Rund 5-10 Minuten sind wir bei jede*r Patienten*innen in den Zimmern. Auch das Personal beziehen wir ein, und wenn es möglich ist, wie bei der Blutabnahme, auch mal bei Untersuchungen.

Clown Doktoren | © David Straßburger
© David Straßburger, Clown Doktoren e.V.

 

Die Clown Doktoren e.V.

In Rheinland-Pfalz sind die Clowndoktoren zum Beispiel im Westpfalzklinikum Kaiserslautern,  in der Diakonie Bad Kreuznach und in drei Senioreneinrichtungen in Mainz zu Gast.
Wer spenden möchte, kann dies hier tun.

Wofür nutzen Sie die Spenden?

Rainer Bormuth: Wir finanzieren uns zu 100% aus Spenden. Mit unseren 33 Clowns sind wir der zweitgrößte Verein mit Clowndoktoren und waren auch der erste in Deutschland. Wir machen 60.000 Kinderbesuche pro Jahr und erreichen hunderte von pflegebedürftigen Senioren.

In unserem Dachverband setzen wir uns zudem für die stetige Aus- und Weiterbildung der Clowns ein, denn die Clowns brauchen einen festen Boden, das Clown-Handwerk kann man nicht an einem Wochenende lernen.

In einer sechs Monate dauernden Ausbildung nach einem Casting-Prozess werden unsere Clowns auf die Arbeit in der Kinderklinik vorbereitet. Einmal monatlich treffen sich alle Clowndoktoren zu Erfahrungsaustausch, Supervision und zu Fortbildungseinheiten mit Fachreferenten. Zweimal im Jahr werden unsere Clowns bei der Visite in der Klinik gecoacht. Verpflichtend ist außerdem die Teilnahme an einer Hygieneschulung mit den neuesten Richtlinien zum Verhalten auf den Klinikstationen.
 

 

Clown Doktoren Seniorenheim | © Mario Diener
© Mario Diener, Clown Doktoren e.V.

Die Clowns haben immer einen Ansprechpartner, bei dem sie sich unbürokratische Hilfe holen können, wenn der Einsatz sie psychisch mal zu sehr mitnimmt. Das möchten wir auch weiterhin finanzieren, das ist uns wichtig.

Gibt es Studien zum Einsatz von Clowns in Krankenhäusern?

Rainer Bormuth: In einer der neueren Studien aus Greifswald wurde zum Beispiel untersucht, wie sich der Oxytocin-Spiegel der Kinder verändert, wenn sie vor und nach einer OP clownesk begleitet wurden.

Auch aus Israel gibt es eine ähnliche Studienergebnisse.

Allerdings sagen unsere Chefärzte, dass es Ihnen weniger um den Oxytocin-Spiegel geht, sondern eher um die Atmosphäre, die die Clowns in das Krankenhaus hineintragen. Dieser soziale Faktor ist sehr wichtig.
Gemeinsam mit unserem Dachverband wollen wir jetzt untersuchen, wie der Einsatz der Clowns auf die Senioren wirkt. Dafür starten wir gerade ein Projekt mit der Technischen Hochschule Deggendorf.

Unser Engagement für die Region

Als regionaler Energieversorger versuchen wir mit Förderprogrammen und Sponsorings die Lebensqualität der Menschen zu erhöhen. Hier mehr über unser soziales Engagement erfahren.

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