Fuhrpark: Elektro vs. Diesel – der Kostenvergleich

Fuhrpark: Elektro vs. Diesel – der Kostenvergleich

Den eigenen Fuhrpark elektrifizieren: Eine gute Option für immer mehr Gewerbebetriebe. Denn die Umstellung auf Elektromobilität ist ein nachhaltiger Schritt in die Zukunft. Doch ist ein Fuhrpark mit E-Dienstwagen auch wirtschaftlich? Wir ziehen den Vergleich zwischen zwei typischen Geschäftswagen: Dem VW Golf 8 und dem VW ID.3.

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AUSLESE – DARUM GEHT`S:

  • Kostenvergleich zwischen Fuhrpark mit E-Autos und Diesel (VW Golf 8 & VW ID.3)
  • Wie viel Geld und CO2 spart ein Elektro-Fuhrpark ein?
  • Wie die Umstellung auf eine E-Dienstwagenflotte gelingt
  • Was eine eigene Ladeinfrastruktur am Firmenstandort kostet

Diesel und Benzin werden teurer

Mittlerweile hat man es an der Tankstelle, genauer an den Kraftstoffkosten je Kilometer gespürt: Die im Klimapaket enthaltene CO2-Bepreisung sorgt 2021 für einen Aufpreis je Tonne Kohlendioxid von 25 Euro, wodurch sich über den Jahreswechsel der Liter Super E10 im Mittel um 7,7 Cent und der Liter Diesel um 7,6 Cent verteuerten. Der CO₂-Preis wird in der Folge jährlich angehoben und soll 2025 bei 55 Euro/Tonne CO2 liegen. Dann kosten voraussichtlich der Liter Benzin 15 Cent und der Liter Diesel 17 Cent mehr als noch Ende 2020.

Der Vergleich: Geschäftsauto elektrisch vs. Diesel

Doch kann eine Flotte mit ausschließlich E-Auto günstiger als ein Fuhrpark mit Diesel-Autos sein? Unser Rechenbeispiel: Ein üblicher Fuhrpark von 10 Dienstwagen: Dazu analysieren wir zwei Modelle des Herstellers VW, den VW Golf 8 als Dieselfahrzeug, und den VW ID.3 als „Stromer“, jeweils in der Grundausstattung. Das Ganze wird für jeweils ein Kaufmodell mit 50.000 km Fahrleistung pro Jahr und über eine Laufzeit von 36 Monaten analysiert.

  • Kostenvergleich eines Fuhrparks mit Elektroautos vs. Verbrenner

Angenommene Werte: Dieselpreise, Strompreise, Verbrauchsangaben

Bei den Dieselpreisen wurden die Folgen der CO2-Besteuerung eingepreist. Bei den angenommenen Strompreisen wurde die Preisentwicklung der Jahre 2017 – 2019 linear für die Zukunft 2021 – 2023 fortgeführt. Der Strompreis stellt dabei einen Mischpreis zwischen Laden am Firmenstandort und unterwegs dar (80% am Firmenstandort, 20% unterwegs). Bei den Verbrauchsangaben wurde das Testverfahren WLTP angesetzt.
Nicht berücksichtigt ist der steuerliche Vorteil für den Dienstwagennutzer auf der privaten Lohnsteuerebene (0,5% anstatt 1,0% Steuer mtl. des geldwerten Vorteils) oder mögliche Rabatte auf den Listenpreis des Herstellers.

Das Ergebnis: So viel CO2 und Kosten spart ein Elektro-Fuhrpark ein

Die TCO-Betrachtung (Total Costs of Ownership) je gefahrenen Kilometer bzw. über die gesamte dreijährige Nutzungsdauer ergibt folgendes Bild:

  • Die TCO-Betrachtung

Nicht bewertet wurde der Marktwert nach Ablauf der dreijährigen Nutzungszeit (Verkaufspreis am Markt / Restwert). Hier liegen keine historischen Vergleichswerte vor. Es ist aber davon auszugehen, dass Elektrofahrzeuge durchaus das Potential haben, nach drei Jahren einen stabileren Wiederverkaufspreis am Markt zu erzielen als Dieselfahrzeuge.

100% CO2-Einsparung und 27% Kosteneinsparung bietet eine elektrische Dienstwagen-Flotte im Vergleich zu Diesel-Wagen

  • Die Kostenentwicklung bei dreijähriger Nutzungszeit

Zwar ist ein Elektroauto in der Anschaffung auf den ersten Blick eindeutig teurer, jedoch wird durch staatliche Förderungen von bis zu 9.000€ ein Preis erreicht, welcher meist unterhalb eines vergleichbaren Verbrenners liegt. Somit sind die Anschaffungskosten derzeit für ein E-Auto niedriger und es gewinnt je zusätzlich gefahrenen Kilometer an Vorsprung aufgrund der niedrigeren Betriebskosten. Ausdrücklich nicht einbezogen in die TCO-Berechnung wurde der Restwert nach Ablauf des Nutzungszeitraums. Hier ist ein Vorteil des Elektroautos zu erwarten. Rein ökologisch betrachtet fährt das Elektroauto ab dem ersten Tag Dank Null direkter Emission (Aufladen mit Grünstrom vorausgesetzt) umweltverträglicher.
Das Einsparvolumen in dem untersuchten Muster-Fuhrpark liegt also bei etwa 75.000 EUR netto sowie 148.500 kg CO2 für 10 E-Autos im Vergleich zu 10 Verbrennern (Diesel) während drei Jahren Benutzungszeitraum.

So viel kostet die eigene Tankstelle am Firmenstandort

Bei der Planung der betrieblichen Ladeinfrastruktur werden zunächst die unternehmensspezifischen Standzeiten der Fahrzeuge bzw. das tägliche Einsatzprofil bewertet. So kann die Führungskraft mit einem Dienstwagen, der regelmäßig länger als 4 Stunden am Betriebsstandort parkt, eine andere Priorität im Lademanagement erfahren als der Vertriebsmitarbeiter, der jeweils nur stundenweise in das Büro einkehrt und schnell auf einen fahrbereiten, d.h. aufgeladenen PKW angewiesen ist.
In der Regel ist aber das Verhältnis von einem Ladepunkt je zwei Elektro-PKW ausreichend. Je nach Installationsart (bspw. Wallbox in der Tiefgarage oder Ladesäule im Außenbereich) müssen je Ladepunkt einmalige Investitionskosten von 1.500 bis 4.000 EUR netto gerechnet werden. Bei fünf Ladepunkten also 7.500 bis 20.000 EUR netto. Je nach baulichen und netzseitigen Gegebenheiten können Kosten für Tiefbauarbeiten, Verstärkung des Netzanschlusses oder Lastmanagement hinzukommen. Um lästiges Umparken tagsüber zu vermeiden, lassen sich Ladestrategien einsetzen – so können alle angeschlossenen Fahrzeuge gemäß ihren Anforderungen bis zum nächsten Einsatzzeitpunkt bedarfsgerecht geladen werden.

Das Fazit: Die Elektrifizierung des Fuhrparks finanziert sich mittelfristig von selbst

Obwohl der Aufbau einer betrieblichen Ladeinfrastruktur berücksichtigt werden muss, finanziert sich der Umbau vom Verbrenner zum elektrifizierten Fuhrpark mittelfristig von selbst – und spart nicht unerhebliche Mengen an dem Treibhausgas CO2 ein. Langfristig sorgt der elektrifizierte Fuhrpark sogar für attraktive Einsparpotentiale im Unternehmen und auch der ökologische Fußabdruck des Flottenbetreibers wird kleiner.

Diese Förderungen für elektrische Firmenwagen gibt es

Ein Elektroauto als Firmenwagen lohnt sich ebenfalls, da hier seit Beginn 2020 sogar nur noch 0,25%-0,5% des Bruttolistenpreises als geldwerter Vorteil versteuert werden müssen, bei einem Verbrenner sind es 1%. Außerdem kann die staatliche Unterstützung von bis zu 9.000€ für Elektroautos auch für Firmenmodelle beantragt werden. Des Weiteren kann im Rahmen eines Förderprogrammes die Installation privater Ladeinfrastrukturen bezuschusst werden.

Alle Fördermöglichkeiten für E-Autos in unserer Förderfibel

Wir haben alle relevanten Informationen in der Förderfibel zusammengefasst. Diese gibt eine Übersicht über die Zuschüsse und Fördermöglichkeiten für Elektromobilität in Deutschland und den Bundesländern. Jetzt hier ansehen!

Somit wird zum einen die Anschaffung für Elektroautos immer attraktiver. Zum anderen punktet das E-Auto auch in Sachen laufende Kosten, wie Wartung, Reparaturen und Treibstoff. Kosten für beispielsweise einen Ölwechsel oder die KFZ-Steuer können beim Elektroauto gespart werden. Auch sind die Ausgaben für beispielsweise den Verschleiß der Bremsen, Zahn- und Keilriemen oder das Getriebe verhältnismäßig gering, beziehungsweise fallen gänzlich weg.

Elektroautos schneiden beim Betrachten der TCO, der Kosten über die gesamte Lebensdauer hinweg, schon heute besser ab, als ein entsprechender Verbrenner.

Hinweis: Für die durchgeführten Kostenermittlungen wurden die Parameter Abschreibungen p.a. für Gesamtlaufzeit von 6 Jahren, Treibstoffkosten (für Diesel bzw. Strom), KFZ-Steuer (für Verbrenner), Wartungskosten und Versicherung verwendet.

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